Vorwort


Erwiesenermaßen handelt es sich bei den Scáth um zum Leben erwachte Schatten. Allen dieser Bestien gemein ist eine nahezu unbändige Fressgier, welche sich in erster Linie auf Menschenfleisch bezieht. Bis heute ist der genaue Ursprung jener jagdlich ebenso geschickten wie gefährlichen Spezies unbekannt. Vermutet wird, dass die Schatten von der Natur als natürliche Fressfeinde des Menschengeschlechts ins Feld geschickt wurden, nachdem letzteres aus dem allmählichen Aussterben der zahlreichen übrigen Völker des Weltenrunds als einziges unbeschadet hervorging.

 

Zu unserem Leidwesen machten die Schatten ihre Sache damals gut und dezimierten unsere Zahl binnen weniger Jahre von Tausenden auf ein paar Hundert. Hierbei wurde eine erfolgreiche Gegenwehr insbesondere dadurch erschwert, dass der Einsatz von Waffen den Scáth zwar Verletzungen beizubringen und/oder sie in die Flucht zu schlagen vermag, ihnen jedoch keinen dauerhaften Schaden zufügt. Weiterhin erwirkten Angriffe durch die Zauberei der Dharoi’Chairas das genaue Gegenteil des angedachten Zwecks: Statt die Schatten niederzuringen, verhalf der durch die Dharoi’Chairas geführte Einsatz des Nachtäthers den Bestien bloß zu noch größerer Stärke. Erst die Dharoi’Sola waren fähig, die Plage mittels ihrer Lichtzauberei zu lindern und die Schatten schließlich rund dreieinhalb Jahrhunderte später auszurotten.

 

Heute, gut eintausend Jahre danach, müssen wir feststellen, dass die Scáth zurückgekehrt sind. Gleiches wird in Zusammenhang mit dem Fall der Sonne sowie dem daraus gefolgten Eintritt der Ewigen Nacht gebracht.

 

Bei der Jagd auf die Schatten muss unbedingt beachtet werden, dass keine der Kategorien ein einheitliches Erscheinungsbild besitzt. Nachgewiesen ist, dass schon der Sichtkontakt mit einem Menschen dem Scáth dazu verhilft, eine fleischliche Form zu erlangen, die über jene des reinen Schemens hinausgeht. Zur Festigung seines Aussehens kommt es hingegen erst, wenn sein Opfer ihm in die Augen blickt. Sobald dies geschieht, ist besondere Vorsicht geboten, da die Menschen den Schatten oftmals in unterschiedlichen Formen sehen. Besitzt die Bestie beispielsweise für den ersten Betrachter mehrere Köpfe, verfügt sie für einen zweiten solchen lediglich über eine einköpfige Gestalt. Problematisch wird hierbei, dass der Schatten in sämtlichen visualisierten Versionen existiert und auf diese Weise sein Opfer mit Klauen und Zähnen attackieren kann, die selbiges in diesem Umfang gar nicht erkennt. Umso wichtiger bleibt, dass eine zur Schattenjagd ausgesandte Gruppe möglichst ähnliche Wahrnehmungen in Bezug auf die Scáth vorweist, um unliebsamen Überraschungen vorzubeugen. Zur Vertiefung entsprechender Materie wird an dieser Stelle empfohlen, sich genauer mit der Zunft der Fiagi jer Scáth auseinanderzusetzen.

 

Vorliegender Leitfaden dient indes lediglich der Kategorisierung der Scáth einschließlich relevanter Merkmale sowie dem alchemistischen Nutzen erlegter Exemplare, soweit vorhanden.

 

 

Darren Coghran

Die Scáth - Kurzhandbuch