Das Fest zur Letzten Nacht


Das Fest zur Letzten Nacht (oder auch ›Dhairean an Caite Chairas‹ im Altrokhanischen) wird zu Ehren des neuen Jahres abgehalten. Wie der Name schon sagt, findet es statt in der letzten Nacht des alten Jahres und dauert an bis zum Erwachen des neuen Jahres, dem sogenannten Ersten Tag (›Ardús Lhá‹ im Altrokhanischen).

 

Traditionell beginnt das Fest zur zwanzigsten Stunde. Familien und/oder enge Freunde kommen im kleinen Kreis zusammen, um gemeinsam ein ausgiebiges Ess- und Trinkgelage zu veranstalten. Hat der Glockenturm dann zur vierundzwanzigsten Stunde geschlagen, tauschen die Feiernden Talismane untereinander aus, die den Beschenkten im neuen Jahr Gesundheit, Glück und Wohlstand bringen sollen. Dies können Schnitzereien, bemalte Steine, etwas Gebasteltes aus gesammelten Federn, Hölzern und Moosen oder dergleichen sein. Wichtig ist, dass der Talisman selbst hergestellt worden und nicht größer als der Ringfinger eines ausgewachsenen Mannes ist. Anderenfalls - so sagt es der rokhanische Neujahrsglaube - ist der Talisman nicht in der Lage, die guten Wünsche für den Beschenkten festzuhalten.

 

Sobald die Geschenke getauscht sind und ein Trunk auf das neue Jahr genommen wurde, heißt es, die Talismane vom vergangenen Dhairean an Caite Chairas dem Feuer zu überantworten. Mit dem Jahreswechsel ist ihre Macht verwirkt, und sie noch länger unter dem eigenen Dach zu behalten würde bedeuten, das Haus samt seiner Bewohner ins Unglück zu stürzen. Asche und nicht brennbare Überreste der alten Talismane werden nach dem Erkalten des Feuers tief in der Erde vergraben, womit auch der letzte Rest ihrer Kraft endgültig gebrochen ist. Nun kann das neue Jahr frohen Mutes beginnen.

 

Hayden Healy

Rokhanos - Sitten und Gebräuche